Wieder mehr als 100.000 Gäste in Nationalpark – Informationszentren Federow und Boek am beliebtesten

Informationsstelle Blankenförde
Die acht Nationalpark-Informationen wurden 2009 wie im vergangenen Jahr von mehr als 100.000 Gästen besucht. Nachdem 2008 mit 100.057 Gästen bereits ein Besucherrekord erzielt wurde, erfreuten sich die Informationsstellen 2009 mit 100.601 Besuchern noch größerer Beliebtheit.
Wie in den vergangenen Jahren zogen die Nationalpark-Informationen in Federow und Boek die meisten Gäste an. Allerdings waren die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. 53.447 Gäste besuchten die Info in Federow (2008: 53.958) und 24.579 Besucher (2008: 25.749) wurden im Guthaus in Boek gezählt.
Zuwächse gegenüber 2008 verzeichnen die Nationalpark-Informationen in Friedrichsfelde mit 5.538 Besuchern (2008: 5.096), in Blankenförde mit 3.492 Gästen (2008: 2.675), Serrahn mit 2.839 Interessierten (2008: 2032) und Neustrelitz mit 2.817 Besuchern (2008: 2.052). In Kratzeburg blieb die Besucherzahl trotz der Straßenbaumaßnahme mit 5.795 Gästen gegenüber 5.910 in 2008 etwa konstant, während die Gästezahl in Schwarzenhof von 2.585 auf 2.094 sank.
In Blankenförde wurde die Ausstellung um einige Elemente erweitert. Darüber ist der Nationalpark mit aktuellen Informationen im Schaufenster der Strelitzer Str. 1 in Neustrelitz präsent. 2009 wurden hier die Buchenwälder im Serrahner Teilgebiet des Nationalparks und im Naturpark Feldberger Seenlandschaft mit Text und Bildern vorgestellt. Außerdem gab es eine Präsentation anlässlich 100 Jahre Nationalparke in Europa.
In Federow konnte die Errichtung des Erweiterungsbaus abgeschlossen werden. Ab Ostern 2010 steht den Gästen des Informationshauses mehr Platz und eine neue Ausstellung zur Verfügung. Neben wichtigen Tipps für die Ausflüge in den Nationalpark bieten die Informationsstellen spannende Ausstellungen, Live-Übertragungen vom Vogelnest sowie jede Menge Informationsmaterial und Karten oder einen kleinen Imbiss.
(Foto-)Quelle und weitere Information
Hendrik Fulda, Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation
Nationalparkamt Müritz, Schloßplatz 3, 17237 Hohenzieritz
Tel.: 039824/252-31
mobil: 0173/2472612
Fax: 039824/252-50
www.nationalpark-mueritz.de
Foto (Nationalparkamt Müritz): Nationalpark-Information Blankenförde 2009 mit Besucherzuwachs
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„Die Fahrt durch Ostdeutschland war spannender als eine Reise nach Brasilien“ Nina Kuschniok fragt Norbert Rosing zum wilden Deutschland.

Wurzel im Müritz Nationalpark
Norbert Rosing ist einer der bekanntesten deutschen Naturfotografen. Neben Fotostrecken zu den Eisbären in den Polarregionen und dem Yellowstone Nationalpark fotografiert Rosing seit über 25 Jahren in Deutschland. Der Bildband „Wildes Deutschland“ wird bereits zum fünften Mal von National Geographic aufgelegt. Er zeigt unerwartete Einblicke und unberührte Nationale Naturlandschaften.
„Wildes Deutschland“ ist ein Bestseller, obwohl er nur Fotos aus Deutschland enthält. Woher kommt der große Erfolg?
Ich glaube, das Thema ist en vogue. Viele Menschen wollen nicht mehr ins Ausland reisen, weil es zu teuer ist und auch nicht sicher. Man besinnt sich auf die die Urlaubsziele im eigenen Land. Wir haben in Deutschland unberührte Natur, von der die meisten nichts wissen. Ich weiß von Lesern, die versucht haben, die fotografierten Orte aus dem Buch zu finden: Einen einzelnen Baum oder zerklüftete Felsen. Die Fotos scheinen die Augen für die Schönheit der Landschaft in Deutschland zu öffnen.
Sie sind weltweit mit Ihrer Kamera unterwegs. Was hat Sie gereizt, in Deutschland zu fotografieren?
Ich fotografiere seit den 80er Jahren in Deutschland. Damals war ich viel in Berchtesgaden unterwegs und kannte jeden Stein. Nach dem Mauerfall kam ein Verlag auf mich zu und bat mich, in den neuen Ländern zu fotografieren. Die Fahrt durch Ostdeutschland war spannender als eine Reise nach Brasilien. Diese Art von Wildnis gab es in Westdeutschland nicht: Die raue Ostseeküste, der Darßer Wald, die Auflächen an der Oder und das arktische Klima auf dem Brocken sind einzigartig - auch heute noch. Daran haben die Naturschützer von damals einen großen Verdienst. Ohne sie hätten wir heute Hotels anstelle von Nationalparks.
Welche Schwierigkeiten haben Sie als Profi-Fotograf überrascht?
Man kämpft mit dem Wetter. Ich habe im Elbsandsteingebirge bei Minus 17 Grad, Schnee und Wind fotografiert. Wenn man einen ganzen Tag auf so einem Felsen ausharrt, nur Wurstbrot und Tee dabei hat, fühlt man sich wie in der tiefsten Arktis.
Haben Sie bei Ihren Fototouren einen Lieblingsplatz in Deutschland entdeckt?
Da gibt es einige. Wenn im Frühjahr oder Spätherbst der Nebel durch das Elbsandsteingebirge zieht, glaubt man, in einer chinesischen Landschaft zu stehen. So etwas erwartet man nicht. Traumhaft ist auch der tiefblaue Königsee mit seinem Bergpanorama. Die überfluteten Auwälder an der Oder im Frühjahr, wenn sich die Wiesen im Wasser spiegeln und die Zugvögel rasten.
Wie finden Sie diese unberührten Orte, die scheinbar gar nicht in Deutschland liegen?
Die Amerikaner sagen ‚go the extra mile’. Ich bin ein Schatzsucher, der weitergeht als andere. Dabei bin ich fast ausschließlich in frei zugänglichen Gebieten unterwegs, wo jeder hinkommt. Aber Menschen trauen sich selten vom Weg ab. Ich mache das auch nur an Orten, wenn ich etwas Reizvolles erwarte. Es gibt nichts Langweiligeres als eine Fichtenmonokultur.
Was hat sich in den vergangenen Jahren in den Nationalen Naturlandschaften verändert?
Vor drei Jahren habe ich im Südschwarzwald den Todtnauer Wasserfall fotografiert. Nach starken Regenfällen rauschte dort das Wasser. Mit den Buchen drum herum hätte dieses Motiv aus Brasilien sein können. Im vergangenen Jahr habe ich den Wasserfall kaum wiedererkannt. Alle Buchen sind abgeschlagen worden, um Wege anzulegen und ihn touristisch zu erschließen. Für mich hat er seinen Reiz verloren. An der Müritz sind vor 20 Jahren die Hirsche und Wildschweine durch das Schilf gebrochen. Heute ist es dort am Morgen still. Kaum ein Tier. Die meisten Nationalen Naturlandschaften haben sich aber eher zum Positiven verändert.
Glauben Sie, dass man diese Landschaften noch in 100 Jahren so erhalten wird?
Das kommt auf die Politik an. Wenn der wirtschaftliche Druck wächst, dann glaube ich nicht, dass es diese Landschaften noch geben wird. Wobei der Schutz der Nationalparks und in Teilen der Biosphärenreservate in Deutschland relativ hoch ist. Bei den Naturparks wird es sicherlich schwieriger sein, sie zu erhalten. Aber wir können uns trotzdem glücklich schätzen. Im Vergleich zum Ausland gibt es in Deutschland eine Menge kleiner Naturperlen.
Wie sieht die gesellschaftliche Verantwortung bei der Bewahrung der Nationalen Naturlandschaften aus?
Ob Umweltschützer, Verbände oder Einzelpersonen – wir ziehen alle an einem Strang und müssen versuchen, die Natur zu erhalten. Vor 100 Jahren haben wir noch keine Parks gebraucht. Doch inzwischen sind viele Naturlandschaften der Landwirtschaft gewichen. Die Lüneburger Heide beispielsweise reichte von Hannover bis Hamburg. Heute ist nur noch ein Prozent der typischen Heide erhalten. Der Rest wird genutzt. Mit meinen Fotos versuche ich meinen Teil zur Erhaltung beizutragen.
Wie sehen Ihre kommenden Projekte aus?
Ein Projekt wird in Bayern sein. Wenn die Sonne aufgeht, der wallende Nebel im Tal liegt und nur die Spitzen der Dächer und Bäume daraus hervorragen, dahinter die Alpenkette liegt, ist das ein beeindruckendes Panorama. Außerdem werde ich kreuz und quer durch Deutschland fahren. Ich treffe meine Entscheidungen mit dem Wetterbericht und am nächsten Autobahnkreuz. Privat kann man dadurch schlecht planen. Wenn gerade am 24. Dezember der Wintereinbruch kommt, dann sitze ich nicht am Weihnachtsbaum, sondern bin draußen.
Das hört sich an, als könnte das für den Privatmenschen Rosing schwierig sein.
(Lacht.) Nein. Meine Frau hat gewusst, worauf sie sich einlässt, als sie mich geheiratet hat. Sie trägt dieses Leben mit. Und manchmal ist sie auch mit dabei.
Herzlichen Dank für das Interview.
Norbert Rosing ist seit den 80er Jahren passionierter Naturfotograf, geboren 1953 im Münsterland lebt er seit den siebziger Jahren mit seiner Frau in Bayern. Im Buchreport express (Fachmagazin der deutschsprachigen Buchbranche) von April 2009 belegte Wildes Deutschland den 3. Rang in der Kategorie Bildbände.
Fotobildband
WILDES DEUTSCHLAND
5. Auflage, modernisiert
Verlag Gruner +Jahr, 2009
ISBN 978-3-86690-012-7
€ 39,95
Quelle und weitere Information:
Vivian Sophie Kreft
Leiterin Kommunikation
EUROPARC Deutschland e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel. 030/288 78 82-20
vivian.kreft@europarc-deutschland.de
www.nationale-naturlandschaften.de
Foto: Thomas Kohler@Flickr
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Bewerbung bis 15. Januar 2010
„Lust auf ein Open-Air-Semester?“ - so ist die aktuelle Ausschreibung für das Praktikum für die Umwelt 2010 überschrieben. Bewerben können sich Studierende aller Fachrichtungen. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2010. Zeitraum des Praktikums ist von April bis September 2010. EUROPARC Deutschland und die Commerzbank. laden die Studierenden ein, den Uni-Alltag gegen ein Praxissemester in einem Nationalpark zu tauschen.
Im Müritz-Nationalpark können wieder zwei Plätze besetzt werden. Die Kosten für die Unterkunft und ein monatliches Praktikantengehalt übernimmt die Commerzbank. Die Praktikanten werden die „amtlichen Naturschützer“ tatkräftig bei ihrer Bildungsarbeit und ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. Schwerpunkt in der Umweltbildung sind die Begleitung von Projekttagen für Schulklassen im Jugendwaldheim, die Durchführung der Familienforschertage, die Organisation einer Fledermausnacht, die Mitarbeit beim Bundestreffen der Junior Ranger und die Entwicklung guter Ideen für Projekte der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit steht 2010 das Jubiläum 20 Jahre Müritz-Nationalpark ganz im Mittelpunkt. Die Studierenden werd
en die Veranstaltungen mit vorbereiten und organisieren. Außerdem ist eine Mitarbeit an den Veröffentlichungen des Nationalparkamtes möglich. Auch die Pressearbeit des Amtes kann unterstützt werden.
Wertvolle Erfahrungen und eindrückliche Naturerlebnisse vor Ort werden garantiert. Nicht zu letzt ist das Praktikum für die Umwelt auch eine Nachwuchsschmiede für junge Menschen, die Interesse an der Arbeit in einem Schutzgebiet haben. Im nächsten Jahr können etwa 50 junge Menschen für jeweils drei bis sechs Monate ihr Wissen und ihre Erfahrungen in 27 Nationalen Naturlandschaften Deutschlands einbringen und sich dabei auch über ihren Berufswunsch klarer werden. Das mit dem Internationalen Sponsoring-Award und von der UNESCO ausgezeichnete Projekt führen die Commerzbank und EUROPARC Deutschland bereits seit 20 Jahren gemeinsam durch. Seitdem haben über 1.100 Praktikanten diese Möglichkeit genutzt.
Auskunft zu den Praktika beim Nationalparkamt Müritz gibt Frau Schulz (Tel.: 039824/252-17).
Weitere Informationen: www.praktikum-fuer-die-umwelt.de
(Foto-)Quelle und weitere Information

Hendrik Fulda, Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation
Nationalparkamt Müritz, Schloßplatz 3, 17237 Hohenzieritz
Tel.: 039824/252-31
mobil: 0173/2472612
Fax: 039824/252-50
www.nationalpark-mueritz.de
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